Der I. Weltkrieg ![]()
Während des Ersten Weltkrieges wurden in Holtenau viele Soldaten einquartiert, während im Laufe des Krieges das lebendige Gemeindeleben immer mehr zum Erliegen kam. Die Seeflugstation wurde immer stärker ausgebaut und viele bekannte Seeflieger wie Gunther Plüschow verbrachten hier einen Teil ihrer Dienstzeit. Die Prinz-Heinrich-Brücke über den Kaiser-Wilhelm-Kanal wurde durch Stacheldrahtverhaue und Maschinengewehrnester gegen feindliche Kommandounternehmen geschützt. Auch auf den Schleusen wurden Verteidigungsanlagen installiert und auf dem Leuchtturmhügel gab es wohl einen Flakscheinwerfer.
Mit dem Beginn des Krieges traten die so genannten "Rayongesetze" in Kraft, so daß
Teile des Waldes Voßbrook gefällt werden
mußten, um für das Fort Holtenau ein freies
Schußfeld zu bekommen.
Auch die Holtenauer wurden von der sich immer mehr zuspitzenden Ernährungslage betroffen, das Leben immer mehr durch die Beschaffung von Nahrung geprägt. Aufgrund fehlenden Heizmaterials mußte in den Wintermonaten der Schulunterricht teilweise ausfallen. Das gesellschaftliche Leben litt unter der Einquartierung von Militär, die alle Holtenauer Gaststätten betraf. So mußten auch die Holtenauer Turner, die bis dahin noch keine eigene Turnhalle besaßen, ihre Aktivitäten einstellen.
Die während des Krieges herrschende Atmosphäre wird auch in einem Brief deutlich, den ein ehemaliger Lehrling der Holtenauer Baufirma Ivens im Jahre 1915 schrieb:
Ein anderer Zeitgenosse berichtet von ähnlichen Zuständen:
Für die im Krieg Gefallenen wurde nach Kriegsende auf dem Friedhof Holtenau ein Ehrenmal angelegt.
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