Der Dänische Wohld ![]()
Historisch gesehen liegt Holtenau im Südosten des Dänischen Wohldes, der ursprünglich der dänischen Krone gehörte und 1260 an die Grafen von Schauenburg verpfändet wurde. Das bis zu diesem Zeitpunkt im Grunde menschenleere Waldgebiet wurde fortan von Deutschen besiedelt, die auch das spätere Dorf Holtenau gründeten. Die ersten Siedler waren Kolonisten in einem von Dänen und Slawen bedrohten Grenzland. Die Holsteinischen Adeligen errichteten Burgen, siedelten Bauern an und der Wald begann sich zu lichten. 1307 taucht ermals der Name "Danica silva", dann 1325 "Denschenwolt" auf. Nach 1300 entstehen dann die ersten Güter (Bülk 1304, Knoop 1344).
Das Gebiet des Dänischen Wohldes, der das Gebiet zwischen der Kieler Förde und der Eckernförder Bucht umfaßt und im Westen in der Nähe des Wittensees endet, war in der Jungsteinzeit dicht besiedelt und es gab hier bis in die jüngere Vergangenheit noch mehrere Grabhügel aus jener Zeit, von denen sich noch mehrere bei Sprenge und Birkenmoor befinden. Auch auf dem Gebiet des späteren Holtenauer Flughafens soll sich ein solcher befunden haben; die meisten Artefakte fanden sich jedoch im Umkreis des Dorf Pries.
Daraus darf aber nicht geschlossen werden, daß die Feldmarken von Holtenau und Friedrichsort nicht besiedelt waren. Aber hier sind durch Fortifikations- und Flugplatzbau so viele von den Archäologen unbeachtet gebliebene Umschichtungen des Oberflächenbodens erfolgt, daß eine planmäßige Suche nach Artefakten wenig Aussicht auf Erfolg hat.
Bronzezeitliche Grabstätten gab es wohl in Form zweier Gräber bei Friedrichsort und eines Grabes bei Seekamp, doch die zwei Grabhügel bei Friedrichsort wurden bereits 1632 abgetragen und das dabei entdeckte Schwert und ein Goldring gerieten 1643 in die Hände der Schweden. Der Grabhügel bei Seekamp wurde 1683 abgetragen, auch hier fand man ein großes Schwert. Beim Bau der Fördestra ße wurde im Jahre 1969 östlich von Dorf Pries ein weiterer Grabhügel entdeckt, der ebenfalls ein Bronzeschwert enthielt.
Funde aus der Eisenzeit sind in der Gegend sehr selten, es gab wohl einen eisenzeitlichen Urnenfriedhof in der Nähe des heutigen Ehrenmales für die Gefallenen des Gutes Seekamp. Die Besiedlung des Dänischen Wohldes scheint zu dieser Zeit jedoch immer mehr abgenommen zu haben.
In historischer Zeit kam es insbesondere im Zuge der Völkerwanderung zu einer weiteren Abwanderung von Bevölkerung und zu einer verstärkten Ausbreitung eines dichten Eichen-Buchen-Waldes, der schließlich für Jahrhunderte die ganze Gegend bedeckte und ihr ihren Namen gab. Im Altsächsischen wurde dieser Wald auch "Isarnho" genannt, ein eiserner, unvergänglicher, räumlich endlos ausgedehnter, wilder und furchtbarer Wald.
In der Zeit zwischen 400 und 800 bildete das entvölkerte Schleswig-Holstein eine Art Niemandsland, durch das die kulturellen Kontakte zwischen Skandinavien und Mitteleuropa abbrachen, so daß es auf beiden Seiten zu deutlich voneinnader unterscheidbaren Entwicklungen kam. Ab 800 drangen Wikinger in das Schleswiger Gebiet vor und gründeten u.a. das Handelszentrum Haithabu mit einem weitverzweigten Handelsnetz.
Um die Jahrtausendwende drangen vom Norden her die Wikinger und vom Südosten her die Slawen, die wahrscheinlich das Dorf Pries gründeten, in das Gebiet ein.
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Quellen:
Bernd Jansen: Der Dänische Wohld,
Detlefsen [1978],
Spielvogel [2001]
© Team Holtenau-Info 2003 [Home] - [Index]