Wendenburg-Bunker

In der Schwester-Therese-Straße befand sich seit Ende 1939 ein Hochbunker (“Wendenburg-Bunker”) mit vier überirdischen und einen unterirdischen Geschoß, der 1.250 Personen fassen konnte. Er war einer der modernsten Kieler Bunker und wurde nach dem letzten Holtenauer Gemeindevorsteher Ewald Wendenburg benannt.

Obwohl der Bunker eine große Zahl von Menschen fassen konnte, kam es doch bei Fliegeralarm zu einem Wettlauf um die besten Plätze im Bunker, gerade bei Familien mit kleinen Kindern, da die Intensitität der Luftalarme und Bombenangriffe im Verlauf des Krieges dermaßen zunahm, daß man teilweise den Bunker tagelang nicht mehr verlassen konnte. Zwar gab es im Bunker auch eine Rettungsstation, doch diese mit Feldbetten ausgerüsteten Räume waren den Kranken vorbehalten. Wollte man die Zeit im Bunker auf einigermaßen erträglichen Plätzen verbringen, so galt es, den Bunker möglichst frühzeitig zu erreichen.

Um möglichst keine Zeit zu verlieren wurden die Kinder oft zur Nacht angezogen ins Bett gebracht. Glücklich schätzen konnten sich jene Holtenauer, die frühzeitig durch auf der Schleuse oder dem Fliegerhorst tätige Nachbarn über bevorstehende Luftalarme informiert wurden, wie es beispielsweise in der oberen Richthofenstraße geschah.

Der Wendenburg-Bunker wurde 30. Mai 1945 von den Alliierten so gesprengt, daß die Straße monatelang wegen der Betontrümmer gesperrt war. Erst 1960 wurden die letzten Trümmer weggeräumt und auf den Fundamenten ein neues Wohnhaus errichtet.

Bilder zum Wendenburg-Bunker finden sich unter:

Weitere Bunker oder Schutzbauten

  • Marinehochbunker auf dem Seefliegerhorst auf dem Flugplatz Holtenau. Dieser Bunker wurde am 28. Mai 1945 gesprengt.
  • Westlich des heutigen Gewerbegebietes Jägersberg gab es einen Bunker, wobei nicht klar ist, ob dieser auch Zivilisten zur Verfügung stand oder ein Teil der Anlagen der ehemaligen Marineflak-Batterie Holtenau war. Die Reste standen dort noch bis in die 90er Jahre hinein.
  • Vielen Holtenauern diente auch der massive doppelwandige Turm der Dankeskirche als Schutzraum.
  • Ein der so genannter "Pilz" (5-Mann-Unterstand) befindet sich auch heute noch auf der Wiker Seite der Kanalschleuse.
  • Weiterhin findet sich auch noch heute in der Nähe der ehemaligen Betriebsbadeanstalt ein kleines verbunkertes Haus.
  • Weiterhin waren die Schiebetore der Neuen Schleusen durch massive Bunker geschützt.
  • Hinter der alten Wache zum Unterland befand sich ebenfalls ein Pilz.
  • Ein (evtl. zwei !) Luftschutzstollen führt am Unterland in die Anhöhe hinein.

Holtenau - Wendenburg-Bunker
Abb.: Wendenburg-Bunker nach der Sprengung.
Holtenau - Wendenburg-Bunker
Abb.: Blick aus der Schwester-Therese-Straße.


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