Die Holtenauer Schleusen

Der Gezeitenunterschied beträgt in der Ostsee nur 7 cm und starke Schwankungen des Wasserstandes in der Kieler Förde entstehen durch lang anhaltende Winde aus West oder Ost. Die Schleusen regulieren weniger den Wasserstand des Kanals, sondern verhindern, daß hin und her fließendes Wasser das Kanalbett beschädigt; verursacht durch unterschiedliche Wasserstände zwischen Elbe und Kieler Förde. Das Durchschleusen dauert ca. eine 3/4 Stunde.

 Die Alten Holtenauer Schleusen

Die Alten Schleusen wurden auf der Mündung des Flüßchens Levensau in der äußeren Kieler Förde errichtet. Die beiden Schleusenkammern hatten eine Länge von 125 Metern und eine Breite von 22 Metern. Die Tiefe betrug 9,80 Meter. Fertiggestellt wurden die Alten Schleusen bereits 1894, d.h. noch vor der Eröffnung des Kaiser-Wilhelm-Kanals.

Die offizielle Eröffnung der Holtenauer Schleusen fand am 29. September 1894 statt, doch bei dieser Feierlichkeit war der Kaiser nicht anwesend, sondern sandte als Antwort auf eine an ihn gerichtete Huldigungsdepesche nur die folgenden Grußworte aus Berlin:
“Nach Eröffnung der Ostsee-Schleuse, dieses wichtigen Teiles des nationalen Bauwerkes rufe ich den Beamten und Arbeitern ein herzliches Glückauf zu. Möge das Werk den Meister loben, doch der Segen kommt von oben. - Wilhelm I. R.”
Trotzdem fand in Holtenau eine größere Feierlichkeit statt, bei der sich mehrere Hundert Gäste und Zuschauer in der Umgebung und auf der Schleusenanlage versammelt hatten. Die Gäste wurden dann mit einer statt-lichen Zahl von Dampfern vom Außenhafen her in Kiellinie dem Schleppdampfer “Berlin” folgend in die Schleusen gefahren. Man fuhr dann weiter bis zur Levensauer Hochbrücke, um dann die Rückfahrt nach Holtenau anzutreten.

Im Gegensatz zu den neuen Holtenauer Schleusen, die durch Schiebetore verschlossen werden, werden die Schleusenkammern der alten Schleusen an ihren Ende durch so genannte Stemmpaartore verschlossen. 1973 bis 1975 wurden die alten Schleusen umfassend erneuert.

 Die Neuen Holtenauer Schleusen

In Zuge der Erweiterung des Kaiser-Wilhelm-Kanals wurden zwischen 1909 und 1912 Schleusenkammern mit 330 m Kammerlänge, 45 m lichter Breite und 14,10 m Sohlentiefe gebaut. Die Neuen Holtenauer Schleusen wurden am 14. Juni 1914 eingeweiht und waren zu dieser Zeit die größten Schleusen der Welt. I Gegensatz zu den Alten Schleusen werden hier Schiebetore verwendet.

Auf der nördlich gelegenen alten Schleuseninsel zwischen dem Toten Arm und den alten Holtenauer Schleusen und der südlich gelegen neuen Schleuseninsel zwischen den Alten und den neuen Holtenauer Schleusen befinden sich verschiedene Verwaltungseinrichtungen wie die Bundesanstalt für Wasserbau, die Lotsenbrüderschaft NOK II oder das Kanalamt KIel-Holtenau sowie die Wasserschutzpolizei und der Zoll.

 Schleuseninseln

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Holtenau - Alte Schleusen

Abb.: In einer Schleusenkammer der Alten Schleusen.

Holtenau - Bau der Schiebetore der Neuen Schleusen.

Abb.: Bau der Schiebetore für die Neuen Schleusen.

Holtenau - Blick auf die Schleuseninseln.

Abb.: Blick auf die Schleuseninseln.

Holtenau - Neue Schleusen.
Abb.: Vor den Neuen Schleusen.

Holtenau - Neue Schleusen
Abb.: In den Neuen Schleusen.

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