Holtenau und die Erhebung gegen Dänemark ![]()
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Während der Schleswig-Holsteinischen Erhebung war Holtenau mit der Osteinfahrt des Eiderkanals immer wieder ein Ausgangspunkt für Unternehmungen zu Land oder zu Wasser gegen die dänischen Truppen. Das Kanalpackhaus diente als Munitionsdepot und der Einquartierung von Truppen. Der Kanalpackhausverwalter Thayssen war Offizier in der Schleswig-Holsteinischen Armee. Während der Erhebung gegen Dänemark in den Jahren 1848–51 versuchten die Freischaren unter dem Kommando des bayrischen Majors von der Tann von Holtenau aus einen nächtlichen Angriff auf ein dänisches Blockadeschiff. Dazu schreibt Werner von Siemens (Abb. 1) in seinen Lebenserinnerungen: “Das
Freicorps sammelte sich bei Holtenau, wo auch
die Boots-Escadre organisirt wurde, die den nächtlichen Angriff
ausführen sollte. Am Tage vorher fand auf dem Festungshofe eine
Paradeaufstellung des Freicorps statt, die mir nicht viel Vertrauen auf
das Gelingen des gewagten Unternehmens einflößte. Es fehlte den Leuten
vielleicht nicht an kühnem Muthe, wohl aber an Disciplin und ruhiger
Entschlossenheit. Von der Tann und sein Adjutant bemühten sich
vergebens, das wilde Durcheinander in militärische Ordnung umzuwandeln.
[...] Am 16. Mai 1848 erließ die dänische Regierung
eine
Note, daß dänische Kriegsschiffe fortan auch den Kieler Hafen und die
Mündung des Eiderkanals blockieren würden. In Holtenau muß es während
des Jahres 1850 ein kleines Lazarett gegeben haben, was aus den
folgenden Zeilen hervorgeht: “[...] daß endlich in Holtenau in dem zu 20 Betten eingerichteten Hospital von Anfang Mai bis Mitte Oktober 263 größtentheils leichte Kranken behandelt worden, von welchen keiner gestorben.” Während sich das Hospital in unmittelbarer Nähe des Kanalpackhauses befand wurde dieses selbst während der Schleswig-Holsteinischen Erhebung auch als Munitionsdepot genutzt. Gleichzeitig war das Kanalpackhaus auch dafür gedacht, bis zu 600 Matrosenzu kasernieren: “Kiel bot kein Local, in welchem auch nur die vollzählige Bemannung eines Kanonenbootes, geschweige denn die erwarteten 500 – 600 Mann sich unterbringen ließen. Die Einquartierung bei den Bürgern schien mit der vom ersten Anfange an erforderlichen strengen Ordnung unvereinbar. Am 13. Februar beantragte die Commission die Einrichtung des Kanalzollpackhauses in Holtenau zur Marinekaserne, die auch sofort unter möglichster Annäherung an die Einrichtungen eines Schiffsraums ins Werk gesetzt, mit Räumen für Segelmacher, für Vorräthe, für Gefängnisse versehen, daneben ein freistehendes Küchengebäude hergestellt und ein nahe gelegenes kleines Haus zum Hospital für Leichtkranke verwendet wurde.” Von diesem strategisch günstig gelegenen Marinestützpunkt aus wurden in der Folge auch mehrere Unternehmungen gegen die Dänen geführt: “Am Abend des 18. Juni waren zwei Kanonenboote zur Sicherung der Schlei nach Schleimünde abgegangen. Um zu erfahren, ob sie glücklich ins Freie gekommen, und um nöthigenfalls ihnen Hülfe zu bringen, ging um Mitternacht des 19. Juni der Bonin (Lieutenant Schau), begleitet von dem Schraubendampfer Von der Tann (Lieutenant Lange) von Holtenau in See. In einiger Entfernung folgten vier Kanonenboote (Nr. 3, 6, 9 und 12, geführt vom Schiffsfähnrich Spieler), von dem nicht bewaffneten Dampfschiff Löwe geschleppt. Die Flottille (14 Kanonen und etwa 300 Mann Alles in Allem), gewahrte, ungefähr 4 Meilen in See, NOzO von Bülk, das Linienschiff den Skjold (84 Kanonen, 650 Mann) vor Anker liegen, griff denselben sofort an und nöthigte ihn, Segel zu setzen.” In den Gefallenenlisten der
Schleswig-Holsteinischen
Armee finden sich nur zwei Soldaten aus Holtenau und Knoop: Im März
1849 verstarb der Dragoner des 1. Dragoner Regiment, 2. Schwadron der
Schleswig-Holsteinischen Armee Christian Detlef Friedrich Boll vom Gut
Knoop in Schleswig an Typhus und im August der Musketier Heinrich Mähl
aus Holtenau nacheinem Schuß in den Oberschenkel. |
![]() Abb. 1: Werner von Siemens als
Leutnant 1842.
![]() Abb.: Von der Tann. |
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