Die Motte (Turmhügelburg) bei Altenholz

Aus der Zeit der mittelalterlichen Kolonisierung finden sich in der Nähe Holtenaus noch die Reste von 4 “Turmhügelburgen”, so unter anderem bei Altenholz östlich der Bundesstraße 503 nördlich der Kreuzung Fördestraße mit einem Durchmesser von 60 Metern und einer Höhe von 1,80 Metern, die von einem mehrere Meter breiten und 1,60 Meter tiefen Graben umgeben ist.

Damit hatte diese Anlage eine überdurchschnittliche Größe. Es scheint sich wohl um eine Turmhügelburg des jüngeren Typs aus dem 15. bzw. 16. Jahrhundert gehandelt zu haben. Weitere Rudimente von Turmhügelburgen finden sich nördlich von Strande (die legendäre "Burg bei Bülk"), sowie unweit des Gutes Eckhof und bei Kaltenhof (Mückenbrook).

Die Holtenau am nächsten gelegene Turmhügelburg bei Altenholz, eine so genannte “Motte” (chateau a motte), diente wie auch die anderen Bauten den Adeligen nach Beginn der Kolonisierung um 1260 als Schutz bei Auseinandersetzungen, daher war sie in der Regel mit einem Wassergraben, einer (Zug-)Brücke und einem Ringwall mit Palisaden umgeben. Nördlich der ehemaligen Burganlage erkennt man im Gelände noch ein flachgewölbtes Plateau, wo sich wahrscheinlich der ehemalige Wirtschaftshof befand. Voraussetzung für den Bau solcher Turmhügelburgen waren immer ein mooriges Gelände und ein Bachlauf zur Versorgung des Burggrabens mit Wasser. Es hat sich auch gezeigt, daß sich auf dem Gebiet jedes Gutes mehrere Motten befunden haben, die entweder von verschiedenen Angehörigen des Dienstadels bewohnt wurden, oder aber nacheinander angelegt und benutzt worden sind.

Die Entdeckung der Altenholzer Motte erfolgte zufällig infolge von Bohrungen im Rahmen der Erweiterung des Altenholzer Friedhofes, die im Jahre 1979 stattfanden.

Da bisher noch keine schriftlichen Aufzeichnungen über die die Altenholzer Turmhügelburg gefunden wurden, läßt sich auch über mögliche Verbindungen zum Holtenauer Bauerndorf nichts sagen, man kann aber spekulieren, daß es aufgrund der doch geringen Entfernung durchaus solche Herrschaftsbeziehungen gegeben haben mag. Es besteht natürlich auch die Möglichkeit, daß auch auf dem Holtenauer Gebiet einmal eine Motte existiert hat, wobei man sich dann fragen muß, wo das Gelände die oben erwähnte Beschaffenheit hatte, um eine solche anzulegen.

Links:


Zeichnung einer Motte / Turmhügelburg.
Abb.: Zeichnung einer Motte.


© Bert Morio 2011 [Home] - [Index]