Levensauer Hochbrücke ![]()
Die Levensauer Hochbrücke ist eine der
ältesten
Brücken am Nord-Ostsee-Kanal und ein
ganz spezielles Kind Kaiser
Wilhelms. So soll ihr Aussehen direkt auf Pläne des Kaisers
zurückgehen. Mehrfach während ihres Baus machte sich der
Kaiser durch Besuche ein Bild von den Baufortschritten. Die Brücke
wurde am 3. Dezember 1894 durch Kaiser-Wilhelm II. eingeweiht, für den gerade diese Brücke eine Herzensangelegenheit war. Sie war
mit ihrer Länge von 180 Metern zu ihrer Zeit die längste
Bogenbrücke im Kaiserreich. Die Böschungen der Brücke
sind äußerst steil, was den zunehmenden
Schiffsgrößen im Kanal geschuldet war.
Bereits für das Jahr 1939 gab es Pläne, die Brücke im Rahmen einer geplanten Kanalerweiterung durch eine Neukonstruktion zu ersetzen. Auch heute noch bildet die Brücke eines der Nadelöhre im Nord-Ostsee-Kanal.
Die markanten 70 Meter hohen Türme der Brücke wurde im Jahre 1954 im Zuge größerer Umbauten an der Brücke demontiert, um die Fahrbahn verbreitern zu können. Über die Brücke führt auch eine Eisenbahnlinie. Die Levensauer Hochbrücke hat ihr Ebenbild in der Grünenthaler Hochbrücke.
Der Name der Brücke geht auf das Flüßchen Levensau zurück, dessen Tal zur Kieler Förde man beim Bau des Eiderkanals folgte.
Die Levensauer Hockbrücke ist nicht nur eine architektonische Besonderheit, sondern bietet auch eine zoologische Einzigartigkeit in Nordeuropa:
In der Levensauer Hochbrücke findet sich in den kältesten Wintermonaten die größte Winterschlafgemeinschaft des "Großen Abendseglers" in ganz Europa zusammen. Erst 1974 wurde dieses Winterquartier in den Widerlagerhallen der Levensauer Hochbrücke durch den Kieler Biologen Dr. Harald Pieper entdeckt, jedoch dauerte es noch zwei Jahrzehnte bis man schließlich mit Hilfe des Biologen Carsten Harrje zu der Erkenntnis kam, daß hier möglicherweise mehrere Tausend Abendsegler überwintern.
Die Einwanderung der Tiere in die Brücke beginnt je nach Witterung Mitte November und dauert etwa bis Mitte Dezember. Die Abwanderung der Tiere aus der Brücke vollzieht sich je nach Witterung über den gesamten März hin. Der "Große Abedsegler" ist die größte in Schleswig-Holstein lebende Fledermausart und wiegt etwa 30 Gramm.
Bereits im August fliegen die Jungtiere die Levensauer Hochbrücke zur Erkundung an, was in größeren Gruppen von Jungtieren geschieht. So sind es in manchen Nächten mehre hundert Tiere, die die Brücke immer wieder anfliegen, was wohl dazu dient, sich die genaue Position des potentiellen Winterquartiers einzuprägen.
Mehrmals im Jahr werden Führungen zu den Fledermäusen angeboten.