Leuchtturm Holtenau

Der Holtenauer Leuchtturm an der Einfahrt zur Schleuse Kiel-Holtenau gehört sicherlich zu den Wahrzeichen des Stadtteils und zählt zu den schönsten Leuchtfeuern an der deutschen Küste.

Abb.:
Der Holtenauer Leuchtturm, rechts das zur Kanaleröffnung eingeweihte Denkmal für Kaiser-Wilhelm I, in der Mitte der alte Turm der Dankeskirche.

Es wird einem sofort klar, daß der Holtenauer Leuchtturm mehr war als nur ein Seezeichen, sondern auch der Verherrlichung des deutschen Kaiserreiches dienen sollte. So findet sich an seiner Außenwand eine Gedenktafel mit folgender Aufschrift:

"Kaiser Wilhelm II. vollzog die Weihe des Nord-Ostsee-Kanals und übergab ihn dem Weltverkehr am 21. Juni 1895".

Während Kaiser Wilhelm als Friedenskaiser dargestellt wird, hatte der Kaiser-Wilhelm-Kanal nicht zuletzt große militärstrategische Bedeutung, da sich Teile der kaiserlichen Flotte in kurzer Zeit von der Ost- in die Nordsee verlegen ließen.

Abb.:
Die kaiserliche Kriegsflotte vor dem Holtenauer Leuchtturm, links das Kaiser-Wilhelm-Denkmal und die "Wartehalle".

Im Inneren des Leuchtturms befindet sich die sogenannte "Drei-Kaiser-Halle", die drei Gedenktafeln und Abbildungen der Kaiser Wilhelm I., Friedrich III. und Wilhelm II. enthält, in deren Regierungszeit der Bau des Kaiser-Wilhelm-Kanals fiel.

Im Fundament des Leuchtturms befindet sich der Grundstein des Nord-Ostsee-Kanals, in dem neben den üblichen Utensilien auch die Gründungsurkunde eingemauert ist:

"Wir Wilhelm von Gottes Gnaden Kaiser, König von Preußen etc. thun kund und fügen hiermit zu wissen:

Die Herstellung einer unmittelbaren Verbindung der beiden deutschen Meere durch eine für den Verkehr der Kriegs- und Handelsflotte ausreichenden Wasserstraße ist seit langer Zeit das Ziel in unerreichbarer Ferne. Nachdem aber durch gottes Fügung das Deutsche Reich neu entstanden war, konnte der Plan zur Herstellung jener Verbindung in der uns seitdem beschiedenen gewesenen Zeit friedlicher Entwicklung festere Gestalt gewinnen. Durch das Reichsgesetz vom 16. März 1886 ist die Verbindung beider Meere nun sichergstellt worden.

Ein Bauwerk von gewaltiger Ausdehnung soll damit unternommen, ein bleibendes Denkmal deutscher Einigkeit und Kraft geschaffen, und in den Dienst nicht nur der vaterländischen Schiffahrt und Wehrhaftigkeit, sondern auch des Weltverkehrs gestellt werden. Keine menschliche Voraussicht vermag die zukünftige Bedeutung dieses Baues in vollem Umfange zu ermessen; die Wirkungen desselben ragen über das lebende Geschlecht und über das zur Rüste gehende Jahrhundert hinaus.

Im Hinblick auf diese Bedeutung des vaterländischen Unternehmens haben Wir beschlossen, im Namen der Fürsten und freien Städte des Reiches, in Gemeinschaft mit den Vertratern des Reichstages und des Preußischen Landtages, der Grundstein zum Bau des Nord-Ostsee-Kanals, und zwar an der Stelle gelegt werde, an welcher sich in Zukunft die Eingangsschleuse bei Holtenau erheben wird.

Möge der Bau dem deutschen Vaterlande, möge er den Elbherzogthümern zu Heil und Segen gereichen! Möge durch ihn das Gedeihen der deutschen Schiffahrt und des deutschen Handels, die friedliche Entfaltung des Weltverkehrs, die Stärkung der vaterländischen Seemacht und der Schutz unserer Küsten kräftig gefördert werden!

Das walte Gott in Gnaden!

Gegenwärtige Urkunde haben Wir in zwei Ausfertigungen mit Unserer Alerhöchsteigenhändigen Namensunterschrift vollzogen und mit Unserem größeren Insiegel versehen lassen.

Wir befehlen, die eine Ausfertigung mit den dazu bestimmten Schriften und Münzen in den Grundstein bei Holtenau niederzulegen, die anderen in Unserem Archiv aufzubewahren.

Gegeben Holtenau, den 3. Juni 1887."

Abb.:
Ebenfalls auf dem Holtenauer Leuchtturmhügel befindet sich seit 1893 eine Gaststätte, die frühere "Wartehalle", die später in "Fördeblich" umbenannte wurde Bild aus dem Jahr 1921.

Abb.: Die Wartehalle.

Links zum Leuchtturm Holtenau:

     Seit März 2001 Zeit werden im Holtenauer Leuchtturm Trauungen durchgeführt.

© Team Holtenau-Info 2002 [Home] - [Index]