Der Nord-Ostsee-Kanal

Seit 1948 wird der Kaiser-Wilhelm-Kanal als Nord-Ostsee-Kanal oder auch als Kiel-Canal bezeichnet. Nachdem der Kanal im Zweiten Weltkrieg kaum ausgebessert werden konnte, bestand nach Kriegsende die wichtigste Aufgabe darin, die Beschädigungen an den Uferböschungen zu beheben.

 Erweiterungsphase ab 1965

Zunehmende Schiffsgrößen und die steigende Zahl der Schiffspassagen führten zu Auswaschungen an den Böschungen und am Kanalbett. Dies führte zu dem Entschluß, die Breite des Kanals auf 162 Meter zu erweitern.

Kanalquerschnitt von 1966

In Rendsburg wurden ein Straßen- und Fußgängertunnel errichtet, alle Kettenfähren wurden durch freifahrende Wagenfähren ersetzt. Die letzte Kettenfähre stellte 1991 in Fischerhütte ihren Betrieb ein.

Nur Schiffe bis zu 235 m Länge, 32,50 m Breite und 9,50 m Tiefgang dürfen den Kanal passieren. Dabei beträgt die Höchstgeschwindigkeit beträgt 15 km / Stunde, um weitere Erodierungen zu vermeiden. Mit Hilfe von Radar wird die Einhaltung überwacht.

Noch immer ist der Nord-Ostsee-Kanal der weltweit meist befahrene Seekanal, vor dem Panama- und dem Suez-Kanal und gilt als die nordeuropäische Hauptverkehrsader.

Tabelle: Vergleich Nord-Ostsee-Kanal - Panama-Kanal - Suez-Kanal (1993).
(Quelle: Wasser- und Schiffahrtsdirektion Nord.)


Länge Passagen Gütertonnen
N.-O.-Kanal 98,6 43.264 57.724.000
Panama-Kanal 81,5 12.192 163.000.000
Suez-Kanal 161,0 17.062 296.914.000

Momentan gibt es über den Nord-Ostsee-Kanal 10 Brücken (davon 2 reine Eisenbahnhochbrücken), 13 Fähren, eine Schwebefähre, einen Straßen- und einen Fußgängertunnel.

Wie nötig der Ausbau des Kanals gewesen ist, wird einem deutlich, wenn man bedenkt, wie groß die Schiffe sind, die heutzutage den Nord-Ostsee-Kanal passieren. Eine Vorstellung davon geben Ihnen die Listen mit den Kanalpassagen großer Passagierschiffe, die ständig auf dem aktuellsten Stand gehalten werden.

Erweiterungspläne 2009-11 und 2013-14

Die zunehmende Schiffsverkehr auf dem Nord-Ostsee-Kanal, der vor allem Folge des weltweiten Containerbooms ist, macht einen weiteren Ausbau des Kanals zwingend erforderlich. Immer mehr und immer größere Containerschiffe (die sogenannten "Feederschiffe") passieren den Kanal auf ihrem Weg von den Ostseehäfen zu den großen Containerhäfen der Nordsee. In diesem Bauabschnitt sollen die Kanalkurven in den Bereichen Landwehr und Wittenbek begradigt werden sowie der Übergang zur Weiche Schwartenbek ausgebaut werden.

In einer zweiten Bauphase von 2013-14 folgt der Ausbau bei Königsförde, Groß Nordsee und im Bereich der Levensauer Hochbrücke, die eine der engsten Stellen am Kanal bildet. So stellt sich die Frage, ob diese wunderschöne Brücke noch eine Zukunft haben wird.


Abb 1.: In den Holtenauer Schleusen.

Abb. 2:

Abb. 3:

Abb. 4: Die "Maxim Gorki" vor den Schleusen.

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