Flugplatz Holtenau ![]()
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Viele Holtenauer Straßennamen aus der Luftfahrt wie Richthofen-, Lilienthal- oder Immelmannstraße zeigen die besondere Bedeutung, die der Flughafen Holtenau für den Stadtteil spielte. Bereits 1914 wurden die Marineflieger von Danzig nach Kiel verlegt. Der Marineflugplatz befand sich seit 1913 auf der Halbinsel Voßbrook. Anfänge der Fliegerei gab es in Kiel bereits im Jahr 1908 als
die
Gebrüder Steffen aus Kiel-Kronshagen mit einem Hängegleiter
experimentierten. Im Jahre 1908 fand in Kiel der allererste Deutsche
Flugtag statt. In den folgenden Jahren entwickelten die Brüder ein
eigenes 32 Meter langes Prall-Luftschiff mit dem Namen “Kiel 1”, mit dem sie am 24. März
1910 einen ersten Flug durchführten. Bald darauf wendeten sie sich
jedoch wieder der Entwicklung von motorbetriebenen Flugzeugen zu. Im
Jahre 1910 gründeten sie nicht nur den “Schleswig-Holsteinischen Fliegerklub”(SHFK),sondern
auch die erste Flugschule in in Schleswig-Holstein in Kiel-Kronshagen,
an der auch Offiziere der Kaiserlichen Marine ausgebildet wurden. Seit 1913 gab es einen Flugverkehr nach Kiel, wobei zunächst
das
Nordmarksportfeld als Flugplatz diente. als dessen Größe nicht mehr
ausreichte wurden zwischen 1924 und 1926 die Bauernkaten Diken,
Distelrade und
Eckbrook abgerissen, die Reste des Fort Holtenau
abgetragen und das ganze hügelige Gelände planiert, so daß ein
Flughafengelände von 90 Hektar entstand. Mit dem Ende der militärischen Nutzung des Flugplatzes und der Eingemeindung Holtenaus im Jahr 1922 begann sich die Stadt Kiel für die zivile Nutzung des Geländes zu interessieren, so sollte das Gelände des Voßbrooks zur Industrieansiedlung genutzt werden. Also versuchte die Stadt das Gelände des Seeflughafens und sein Hinterland zu erwerben. Schließlich einigte man sich zwischen Stadt und Marine darauf Flächen zu tauschen. Das Gelände der ehemaligen Quarantäneanstalt ging an die Marine und das Hinterland des Seeflughafens plus einer Parzelle bei Seekamp an die Stadt. Für die Stadt Kiel war der Erwerb von Uferflächen enorm wichtig, denn große Teile des Fördeufers befanden sich im Besitz der Marine,so daß es kaum Möglichkeiten gab, neue Hafenanlagen zu bauen. Daher sollte Stegelhörn als Hafen ausgebaut werden und auf dem Gebiet des Voßbrook Fein- und Veredelungsbetriebe angesiedelt werden. Da der Bedarf für einen Landflughafen immer größer wurde,
begann man
1925 mit der Einebnung des Geländes des ehemaligen Fort
Holtenau, wobei
385.000 Kubikmeter Boden bewegt werden mußten. Weiterhin wurden neue
Gebäude und Hallen errichtet. Der neue Zivilflughafen sollte der Stadt
Kiel vor allem Flugverbindungen nach Hamburg,Flensburg und Westerland
verschaffen. 1927 wurde die Kieler
Flughafengesellschaft ("KFG") gegründet und ein halbes Jahr später
der reguläre Flugbetrieb eröffnet. Bis 1939 befand sich das
Empfangsgebäude des Flughafens an der Herwarthstraße (siehe Abb. 3) Im Gefolge der Weltwirtschaftskrise mußten die Pläne der Stadt Kiel zur Industrieansiedlung aufgegeben werden und der Landflugplatz wurde im Jahre 1929 wieder an die Marine verkauft, die jedoch weiterhin einen zivilen Flugverkehr zuließ. Die SEVERA wurde noch im selben Jahr aufgelöst und das Personal und Material ging auf die “Deutsche Luft Hansa Abteilung Küstenflug” über. Im Jahre 1934 verkaufte die Stadt Kiel zudem alles andere hier bisher erworbene Gelände wieder an den Staat. Dies hatte gleichzeitig zur Folge, daß alle direkten Verbindungen zwischen Holtenau und Schusterkrug unterbrochen wurden. Das Gebiet bei Stegelhörn wurde Kasernengelände, der Stegelhörner Hafen wurde in “Plüschowhafen” (siehe Gunther Plüschow) umbenannt. In den Jahren 1934 bis 1938 wurde der zivile Flughafen zum Militärflugplatz ausgebaut. Das brachte den Bau neuer Siedlungen für das Militärpersonal
und
seine Angehörigen und auch die Ansiedlung neuen Gewerbes mit sich. Die
politischen Veränderungen hatten auch große Auswirkungen auf das
Holtenauer Vereinsleben, die Holtenauer
Kirchengemeinde und die Arbeit
der Seemannsmission. Ebenso traf es
andere Organisationen, die in der
Regel über kurz oder lang gleichgeschaltet oder verboten wurden. Drittes Reich und Zweiter Weltkrieg
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![]() Abb. 1: Auf dem Flugplatz 1913. ![]() Abb. 2: ![]() Abb. 3: ![]() Abb.: Im Mai 1945. ![]() Abb.: Im Mai 1945. |
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