Flakbatterie Holtenau


Nur noch wenige versteckte Überreste aus der Zeit des Zweiten Weltkrieges finden sich am Schilkseer Wanderweg von der ehemaligen Marineflak Abteilung 221 am Jägersberg. Historische Aufnahmen dieser Einheit aus dem Zweiten Weltkrieg finden sich unter Bunker-Kiel.com.

Die Flakbatterie Holtenau befand sich auf dem Jägersberg, auf einem Gebiet, das heute zur Gemeinde Altenholz gehört. Sie bildete die 4. Batterie der Marine-Flak-Abteilung 221 (4./221). Bis zum Februar 1944 bestand die Bewaffnung aus 2 Doppellafetten 8,8 cm, die vom ehemaligen leichten Kreuzer "Leipzig" abgegeben worden waren. Später wurde dann als Antwort auf die in immer größeren Höhen operierenden alliierten Bomber auf 12,8 cm Geschütze aufgerüstet.

Die Kommandeure der Batterie waren der Holtenauer Oberleutnant (Oblt.) Egbert Lucks und die Oblts. Goss und Rüdel. Der Stab der Abteilung lag in Kiel-Friedrichsort, später Dehnhöft. Unterstellt war die Abteilung der 1. Marineflakbrigade. In der Batterie wurden auch Schüler der Kieler Hebbelschule als Marinehelfer eingesetzt. Weiterhin wurden russische Kriegsgefangene als Hiwis eingesetzt.

Die Schüler der Hebbelschule wurden auch an anderen Flakstandorten im Raum Kiel eingesetzt, u. a. in Schilksee, Schulensee, Hasseldieksdamm und Oppendorf. Die als erste eingezogenen Schüler der Jahrgänge 1926 und 1927 rückten in die Batterie Schilksee ein (2./221 unter Oblt. Baldur Springmann [Link]; zunächst 10,5 cm, später 12,8 cm (Flak 40)). Im Herbst 1943 wurden sie in die Batterie Hasseldieksdamm zwischen Hassee und Russee verlegt (4./ 251 unter Oblt. Radvan; 10,5 cm-Batterie).

Im Frühjahr 1944 lagen 2 Obertertien und 1 Obersekunda der Hebbelschule zusammen mit 1 Obersekunda der Dahlmannschule Bad Segeberg in dieser Stellung, insgesamt ca. 100 Marinehelfer. Die im Sommer 1943 einberufenen Schüler kamen in die Stellung Holtenau (4./221 unter Oblt. Lucks und Oblt. Goss; 12,8 cm-Batterie)und blieben dort bis zur Entlassung des Jahrgangs 1927.

Die Jungen des Jahrgangs 1928, die im Januar 1944 der Klasse 6 angehörten, waren von Anfang bis Ende in der Stellung Schulensee bei Meimersdorf (2./281; 12,8 cm-Batterie unter Oblt. Pavel). 3 Schüler derselben Klasse, die in der Kinderlandverschickung als Mannschaftsführer Verwendung gefunden hatten, kamen im August 1944 kurz nach Holtenau, wurden dann aber nach Oppendorf verlegt.

Während im Kieler Raum mehrere Marinehelfer auch durch direkte Bombentreffer beim Flakdienst ums Leben kamen, gab es in Holtenau zwar bei einem Angriff direkte Treffer in die Flakstellungen, wobei jedoch glücklicherweise niemand verletzt wurde (Nach den Erinnerungen des ehemaligen Marinehelfers Dr. Jürgen Hacker aus Kiel).

Da sich die Stellung in unmittelbarer Nähe zum Marineschießplatz Holtenau befand, konnten die Marinehelfer zumindest akustisch auch die Vollstreckung der Sondergerichtsurteile miterleben, die ihnen während der samstäglichen Appelle verlesen wurden.

Neben der Marineflakabteilung gab es noch weitere Flakstellungen in Holtenau, z.B. 2 Geschütze auf der Prinz-Heinrich-Brücke und natürlich auch auf dem Fliegerhorst.

Den Schutz vor Luftangriffen konnte die Luftwaffe nur bis in das Jahr 1941 weitgehend sichern, danach blieb zum Schutz nur noch die in Kiel massierte Marineflak. Die Flakbatterien im Raum Kiel wurden vom Flak-Gruppenkommando, das seinen Sitz auf dem Gelände des ehemaligen Forts Herwarth nordwestlich von Pries hatte, befehligt. Ihm unterstanden insgesamt 36 Batterien mit über 140 Geschützen schweren Flakkalibers.

Bombenangriffe auf Holtenau

Während des Bombenkrieges gegen Kiel war Holtenau trotz Schleusen, Hochbrücke und Flugplatz nur ein Ziel sekundärer Bedeutung. Die Hauptlast der Bombardements mußten das Ostufer mit den Werftanlagen, das historische Zentrum und die Wohnviertel der Industriearbeiter tragen.

Liste der Bombenabwürfe in Holtenau:
– 21.06.1941: Flugplatz Holtenau.
– 27.06.1941: Reichsarbeitsdienstlager Holtenau Voßbrook
– 20.08.1941: Flugplatz Holtenau
– 18.07.1944: Prinz-Heinrich-Brücke, Flugplatz Holtenau
– 24.07.1944: Holtenau
– 04.08.1944: Schleusengelände
– 06.08.1944: Schleusengelände, Flugplatz, Prinz-Heinrich-Brücke, Holtenau
– 14.8.1944: Holtenau - Gravensteiner Str. 121 teilweise durch Brandbomben zerstört
– 16./17.08.1944: Holtenau
– 16.09.1944: Holtenau
– 04.05.1945: Holtenau

Siehe auch: Der Wendenburgbunker in der Schwester-Therese-Straße.

Tabelle: Bombentote in Holtenau.

1940
1941
1942
1943
1944
1945
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3
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11
5


Links:


Abb.:Holtenau -  Reste eines Bunkers am Jägersberg.
Abb.: Eingang zum zerstörten Bunker am
Beginn des Schilkseer Wanderweges.
Abb.: Holtenau - Der zerstörte Bunkerinnenraum
Abb.: Der zerstörte Innenraum.
Die Bunkerdecke ist zum Teil eingestürzt.
Abb.: Holtenau - Schornstein bzw. Entlüftung eines Bunkers.
Abb.: Entlüftung ?

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