Festung Friedrichsort - Christianspries

 Festung Christianspries

Nach den Erfahrungen im Kaiserlichen Krieg (1626 bis 1629), in dem ganz Jütland durch die kaiserlichen Truppen und die der katholischen Liga besetzt worden war, suchte Christian IV. einen Stützpunkt an der Ostküste. Er erwarb die Güter Bülck, Knoop und Seekamp und ließ 1631 bis 1642 in der Gemarkung des Dorfes Pries eine reine Militärfestung "Christianspries" anlegen. Sie konnte an der engsten Stelle der Kieler Förde den Schiffahrtsweg nach Kiel sperren.

Abb.:
Ansicht der Festung Christianspries um 1640.

1643 wurde die Festung im Schwedisch-Dänischen Krieg (Erster Schwedischer Krieg) von General Lennart Torstensson eingenommen und diente bis 1645 als schwedischer Flottenstützpunkt. Nach dem Tod Christian IV. 1648 teilweise geschleift, wurde sie von Friedrich III. in den Jahren von 1661 bis 1663 als Festung Friedrichsort ("Friedrichspries") wieder hergestellt.

Abb.:
Ansicht der Festung Christianspries um 1790.

 Festung Friedrichsort

Allerdings diente Friedrichspries nicht mehr als Festung, sondern wurde als Depotplatz und zur Unterbringung von Gefangenen genutzt. Die Festung blieb intakt, bis sie 1813 von schwedischen und russischen Truppen belagert und eingenommen wurde.

Nach dem Kieler Frieden verfiel auch die Festung Friedrichsort, bis sie in preußischer Zeit zu einem bedeutenden Marinestützpunkt ausgebaut wurde. Die alte Festung Christianspries erwies sich aber für die geplanten militärischen Einrichtungen der Preußen als zu klein. Westlich der alten Festung enstand so der heutige Stadtteil, der 1875 bereits 811 Einwohner zählte, wovon über 2 Drittel Marineangehörige waren. Für diese errichtete man die 1977 abgerissene Matrosen-Artillerie-Kaserne, ein Lazarett, eine Schule und mehrere holzverschalte Dienstwohngebäude sowie eine Garnisionskirche.

Abb.:
Überreste der Festung. Man erkennt noch den Wassergraben.

Die Wallanlagen im Norden und Osten wurden vollständig umgebaut. Im Inneren wurden Gebäude aus dänischer Zeit abgerissen und stattdessen mit Erdreich überdeckte ein- und zweigeschossige Unterkunftsbauten - Kassematten - errichtet. Sie sind heute noch erhalten, ebenso wie die Wallanlagen im Westen, Süden und Osten sowie der südliche und östliche Festungsgraben. Die letzten Reste der Anlage wichen 1957 Industriebauten. Reste der alten Festung Christianspries sind noch am Falkensteiner Badestrand zu erkennen, aber in der Regel nicht zugänglich.

Quellen:

  • www.geschichte.schleswig-holstein.de
  • Georg Spielvogel / Gerd Schöneich: Festung und Kaserne in Friedrichsort. Altenholz 2001.
  • Walter Giertz: Straßen und Stätten Holtenaus. Selbstverlag 1995.
  • www.daos-clan.de/Friedrichsort/ - Eine ausführliche Beschreibung der Festung mit aktuellen Bildern und weitere Informationen über die Küstenverteidigung an der Kieler Förde.

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