Entstehung und Geschichte Alt-Holtenaus ![]()
Historisch gesehen liegt Holtenau im Südosten des Dänischen Wohldes, der ursprünglich der dänischen Krone gehörte und 1260 an die Grafen von Schauenburg verpfändet wurde. Das bis zu diesem Zeitpunkt im Grunde unbesiedelte Waldgebiet wurde fortan von Deutschen besiedelt, die auch das spätere Dorf Holtenau gründeten. Zuerst waren die Holtenauer wohl Untertanen des Gutsherren von Knoop bis sie ab 1570 als Leibeigene dem Gut Seekamp zugehörten.
Geografisch eingegrenzt wurde der Ort im Osten durch die Kieler
Förde und im Westen durch das Flüßchen Levensau,
das auf Höhe der alten Holtenauer Schleusen
in die Kieler Förde mündete. Im Nordosten markierte die Steckendammsau die Grenze. Im Süden
gehörte in früheren Zeiten auch noch der Auberg
zum Holtenauer Gebiert, obwohl er im Herzogtum Holstein lag.
Es ist immer noch nicht geklärt, ob die in alten Urkunden zu findenden Bezeichnungen Olthena oder Altena den heutigen Stadtteil Kiel-Holtenau bezeichneten. Möglicherweise bezeichnet die Wortendung "a" das spätere Wort "au", denn nicht zuletzt zeigt der Name Levensau, daß aus dem nordischen stammende Bezeichnungen durchaus in Gebrauch waren. Auf einer Karte aus dem 15. Jahrhundert wird der Ort "Oltna" genannt. Auf einer Karte von 1652 wird der Ort "Holtenah" und auch auf einem Dokument von 1791 wird der Ort von "Holtena" genannt. Seit dem 15. Jahrhundert jedoch finden sich sichere Informationen über das Bauerdorf Holtenau. Das Dorf gehörte zum Gut Seekamp, das dort im 17. Jahrhundert am Ort der heutigen Dankeskirche einen Meierhof errichtete. Der Kern des Bauerndorfes befand sich zu dieser Zeit im Gebiet der heutigen Richthofenstraße auf der Höhe zwischen der Gravensteiner und der Apenrader Straße.
Der Bau des Alten Eiderkanals und dessen Fertigstellung 1779 hatte erstaunlicherweise nur einen geringen Einfluß auf den Ort. Im Zuge des Baus des Eiderkanals wurde das Holtenauer Gebiet 1777 als Kanaldistrikt abgezweigt und 1791 erhielten alle Dörfer im Gutsbezirk Seekamp mit der Aufhebung der Leibeigenschaft ihre Freiheit. Seit 1876 gehörte es als freie Landgemeinde zum Landkreis Eckernförde und zählte um die 400 Einwohner. 1906 ging der Kanaldistrikt wieder an den Kreis Eckernförde. Bis zur Eingemeindung 1922 gehörte es zum Amtsbezirk Knoop.
Der 1895 fertiggestellte Kaiser-Wilhelm-Kanal veränderte nicht nur das Gesicht Holtenaus fundamental, sondern führte durch die Schaffung von neuen Behörden für den Kanalbetrieb, den Zuzug von Händlern und Fachpersonal, der Schaffung notwendiger Infrastruktur wie der Prinz-Heinrich-Brücke und der Kanalfähre zu einer neuen Bebauung, die den dörflichen Charakter zurückdrängte. Zu dieser Zeit hatte Holtenau knapp 1100 Einwohner. Hinzu kam ab 1913 die Stationierung der Seeflieger am Voßbrook.Das Ende des Ersten Weltkrieges und der Zusammenbruch der Monarchie brachten auch den Abzug der Marine. Als Holtenau 1922 nach Kiel eingemeindet wurde, zählte man über 3000 Einwohner.
In den zwanziger Jahren kam es auch zu einer fundamentalen Veränderung des Holtenauer Ortsbildes durch den vollständigen Abriß der Holtenauer Festungsanlagen (die dem Schutz Friedrichsorts dienten) und dem Bau eines Flugplatzes. 1928 wurde der Zivilflughafen Kiel-Holtenau in Betrieb genommen. Auch als Marinestandort gab es von 1934 bis 1945 ein erneutes Zwischenspiel und seit 1956 ist Holtenau Standort der Marine.
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